Die Lieferung wird Ihnenangeboten !

Elfen, diese schwer fassbaren Wesen

Geposted von lavergne frederic am

Elfen, diese schwer fassbaren Wesen

Wie viele andere Fabelwesen sind auch die Elfen Teil der nordischen Mythologie. Wegen ihrer Unbestimmtheit in Texten schwer zu fassen, haben sie dennoch in der Neuzeit eine literarische Renaissance erlebt.

Im alten Skandinavien scheinen Elfen neben Göttern, Riesen, Zwergen und Menschen eine eigene Spezies mythologischer Kreaturen gewesen zu sein. Die Formeln Aesir ok Alfar ("Aesir und Elfen") oder Hvat er med asum? Hvat er med alfum? (was ist mit den Aesir, was ist mit den Elfen) könnte sich aber auch auf eine Reihe von mythologischen Wesen beziehen.

Englische und skandinavische Traditionen

Einerseits kann diese Kategorie im Sinne von Naturgeistern interpretiert werden, wofür man im Altenglischen spezifische Begriffe anführen kann: bergaelfen (Bergelfen), landaelfen (Feldelfen), waeteraelfen (Wasserelfen) und wuduaelfen (Waldelfen). Andererseits könnte man sich auch vorstellen, dass die Elfen aus dem Ahnenkult hervorgegangen sind: Für die späte vorchristliche Zeit gibt es in Nordisch einen Hinweis auf ein alfablot (Elfenopfer) in Schweden, das wahrscheinlich mit einem Fruchtbarkeitskult verbunden war, sowie auf den legendären König Olafr Geirstadaalfr, der von der Bevölkerung auch nach seinem Tod noch verehrt wurde und deshalb "der Elf von Geirstadir" genannt wurde (Yngliga saga, 49). Unter den Vorfahren des ersten Königs von ganz Norwegen, Harald Harfagri (Harald mit dem schönen Haar), gibt es eine Reihe von Namen, die mit alfr gebildet werden. Die englischen und skandinavischen Traditionen könnten auf die gleiche Weise erklärt werden, wenn die Elfen als Geister verstorbener Vorfahren angesehen werden. Die Tatsache, dass im Altenglischen Krankheiten wie Hexenschuss mit Elfen in Verbindung gebracht werden, sowie die Tatsache, dass Elfen im mittelalterlichen Skandinavien fast ausschließlich Träger von Krankheiten waren, spricht gegen eine solche Interpretation. Dieser Aspekt wird durch eine ganze Reihe von Amuletten belegt, die in Blei eingravierte Zaubersprüche gegen Elfen enthalten und diese manchmal ausdrücklich mit Dämonen gleichsetzen, z. B. "Ich beschwöre dich, Dämonen oder Elfen" (Amulett von Schleswig) oder "Ich beschwöre dich, Elfen (männlich) und Elfen (weiblich) oder Dämonen" (Amulett von Jütland).

Snorris Unterscheidung von Elfen

Bereits im 13. Jahrhundert musste sich Snorri Sturluson mit der Verehrung der Elfen einerseits und ihrer offensichtlich negativen, fast gleichzeitigen Rolle als krankmachende Dämonen andererseits auseinandersetzen. In seiner Prosa-Edda führt er eine neue, christlich gefärbte Unterteilung zwischen Lichtelfen, Dunkelelfen und Schwarzelfen ein. Die Lichtelfen leben in Alfheim. Der isländische Mythograph schildert sie als Wesen von großer Schönheit, "schöner als die Sonne und heller als die Sterne"; die anderen Elfen hingegen sind "schwärzer als Pech". Snorri Sturluson könnte die Licht- und Dunkelelfen mit Engeln oder Dämonen gleichgesetzt haben, während sich die Dunkelelfen auf die Zwerge bezogen haben könnten (die ebenfalls in Svartalfeim, der "Welt der Dunkelelfen", leben). Es ist jedoch möglich, dass sich diese Dualität auf zwei Aspekte des Elfenkults in Skandinavien bezieht, nämlich auf den der Fruchtbarkeit für die Lichtelfen und den des Todes für die Dunkelelfen. Die englische Tradition geht in die entgegengesetzte Richtung zu Snorri Sturlusons Vorstellung, wie der Begriff aelfsciene (schön wie eine Elfe) oder die eindeutig positive Bedeutung altenglischer Namen wie aelfbeorth (glitzernde Elfe) oder aelfred (weise Elfe) bezeugen

In den Liedern der Edda haben die Elfen eine Rolle, die fast der der Götter zu entsprechen scheint (so hat man sich die Vanen vorgestellt), oder zumindest einer mythologischen Kategorie von hohem Alter entspricht, die es wert ist, verehrt zu werden. Anhand der Quellen lässt sich nicht ausschließen, dass es sich bei den Elfen um eine uralte Götterklasse handelt, vielleicht um Elementargottheiten, die auf dem Meer, in den Wäldern oder auf den Hügeln verehrt wurden. Das räumliche Element kommt auch in Skandinavien zum Tragen, denn Snorri Sturluson nennt in seiner Heimskringla (Geschichte der norwegischen Könige) die Region im Südosten Norwegens und Südwesten Schwedens Alfheimar ("Land der Elfen") (Ynglinga saga, 48). Es ist jedoch nicht klar, ob er etwas über einen Elfenkult in dieser Region wusste oder ob er sich einfach auf genealogische Beweise stützte.

← Älterer Post Neuerer Post →